Freitag, 5. Dezember 2008

Oger's Jubelperserfalle

1. Eröffne einen Blog.
2. Schreibe einen Kritischen Artikel über die Cash Edition (und jetzt wohl bald Crash Edition).
3. Sehe zu und warte ab. Sie kommen ganz sicher.

Was sind das für Menschen, die 4E mögen? Dem Augenschein nach solche, die mit den Vorgängereditionen nichts anfangen konnten.
Wo man spielte, was man bekam.
Wo man ums Überleben, für persönliche Ziele und für Schätze kämpfte, nicht für coole Moves und Stufen.
Wo man sich eigene Welten erschaffen konnte, wie es einem beliebte, und keine vorgefertigte nehmen musste.
Wo man seinen Grips benutzen musste, und keine Dailies, Perencounters oder Atwills ( und mein persönlicher Favorit: Utilities).
Wo man noch Künstler wie Elmore beschäftigte und keine Möchtegern-Manga-Maler.
Wo man zufällige, und keine geplanten Begegnungen hatte.
Wo der Tod rasch und das Überleben nicht durch tausend Sicherheitsnetze abgesichert war.
Wo der Charakter noch Individuell und nicht das Ergebnis einer Exceltabelle war.
Wo man noch Abenteuer erlebte.

Kommentare:

Moritz hat gesagt…

Du spinnst doch! So kann nur einer schreiben, der 4E noch nie gespielt hat!

















... zufrieden?

Settembrini hat gesagt…

Moritz hat gewonnen!

Carsten hat gesagt…

Gratuliere, 2 hast Du schon gefangen.

Anonym hat gesagt…

Lieber Oger, wenn du Traveller-material produzierst gefällst du mir irgendwie besser, als wenn du dumm-doof nach Aufmerksamkeit hechelst.

greifenklaue hat gesagt…

Na, ich sag mal, Du hast schon recht damit, dass es ne ganze Menge DnD 4te-Fanboys gibt - aber mit der Aktion begibst Du Dich quasi auf ihr Niveau. Lass sie sich doch erstmal ausheulen und erholen... Vielleicht noch n Linbk auf das kostenloase Pathfinderregelwerk obendrauf ;) und fertig.

Carsten hat gesagt…

Worüber sollte der D&D4 Spieler denn weinen? Die deutsche Ausgabe von D&D4 ist noch nicht lang genug auf dem Markt, um betrauert zu werden.
Wenn ich allerdings so einige Blogs anschaue, haben manche das Ende von D&D3 noch immer nicht überwunden. ;-)

Der Oger hat gesagt…

Hmmh. Zwei Tage ausgelegt, und meine Ganze Ausbeute sind ein paar Altschüler, ein Hühnerfuß und ein schleimiger Anon. Naja, in Zeiten der Rezession muss man als Oger eben auch Wirbel...ähm, Namenlose essen.

Anonym hat gesagt…

Wüßte ich nicht das du nur Ogern (anderswo Schlumpfen oder Trollen genannt) willst, müsste ich dich Fragen ob du unter deiner Brücke eine Edition verschlafen hast. Um dir dennoch mal einen Knochen zuwerfen:

Nicht das es viel aussagt was für ein Mensch ich bin, aber ich mag die 4e und eigentlich mag ich so ziemlich jede Variante von D&D. Gut, die 3te ist nicht so ganz mein Geschmack, ich spiele sie zwar noch (und die Kampagne rockt, insofern sehe ich da kein Grund aufzuhören) aber auch wenn sie anfänglich sehr vielversprechend aussah ist sie nicht so mein Dinge (denn sie geht mir zu sehr in Richtung Charaktersimulation und sie ist im Spiel schon recht kompliziert verglichen mit D&D<3 und D&D>3). Ich empfinde die 4e ehrlichgesagt als einen Schritt vorwärts und gleich zwei erfrischende Schritte zurück, trotzdem oder gerade deshalb frage ich mich warum deine Kritikpunkte erst heute (also zur 4ten Edition) kommen, denn die dritte Edition verbinde ich viel eher mit "unattraktiven" Künstlern, Exceltabellen, vermehrtem Aufkommen von Grips ersetzenden Regelteilchen und einer Abkehr vom vermeintlichen "Spiel was du kriegst".

Zugegeben war letzteres auch schon vor der 3e Einstellungssache. Das haben ein paar Hardcore-spieler gemacht und die Herausforderung die einem die Würfel geben anzunehmen, kann auch sehr befriedigend sein, aber Charaktere waren schnell gemacht und wenn man nicht so viel Spaß an dieser Herausforderung hat (oder sie ihren Reiz verloren hatte): Nun was nicht gefiel starb sehr schnell. Was gefiel starb auch oft, aber summa summarum, hatte man so viele "Re-Rolls" bis man etwas hatte mit dem man sich anfreunden konnte. Die 3.X die mittels Point Buy (oder mit 4-von-3w6 zzgl. frei verteilen) die Attribute ermittelt, dazu noch Klassen/Rassen ohne Attributs- Anforderungen, das führt „spielen was man bekommt“ doch deutlich ad absurdum. Was Excel-mäßige Charakter angeht, da fallen mir mit schrecken die 3e-durchkonstruierte Charakter. Im Vergleich dazu ist die 4te echt Excel-befreit.

Deinen Einwurf das man sich damals eigene Welten erschaffen konnte und nun vorgefertigte nehmen muss, verstehe ich nicht. Grundannahmen zur Welt gab es schon immer (Great Wheel, Fluff zu den Monstern), auch heutzutage liegen (andere) Grundannahmen vor, mit Points of Light liegen sie nur ein wenig offener und damit zu brechen wird sogar nahe gelegt. Wo liegt der Unterschied darin ob man die alten Grundannahmen oder POL ignoriert/ergänzt um etwas eigenes aufziehen? Weder in dem einem noch im anderen Ansatz sehe ich mehr zwang. Ich würde sogar behaupten das die 4e mehr wert im PHB darauf legt das der SL seine eigene Welt erschafft als die 3te. Generell empfinde ich so das die 4e einen mehr animiert als die 3e die Welt und die Charaktere zu individualisieren. Bei letzterem gewährt die 4e zudem auf dem Gebiet jenseits des Kampfes mehr Freiheit als die 3e es jemals getan hat und die Spieler werden auch mehr angewisen Persönlichkeit und Ziele auszuformulieren. Und neben persönlichen Zielen spielte man natürlich auch damals (vor der 3.X) schon für Stufen. Die 2te Stufe zu erreichen war als würde man Weihnachten und Geburtstag auf einmal feiern und dann erst die Name-Level, dann kam Ostern dazu. Sprechen wir hier ernsthaft vom gleichen Spiel!?

Grips ersetzenden Regelteilchen gab es eigentlich schon immer, Zauber und (später) ausformulierte Nicht-waffenFertigkeiten sein hier mal genannt und eigentlich ist die 4e einen guten Schritt davon weggekommen. Die heftigsten Problemlösungscoupons sind verschwunden (was früher mit Zaubern so alles belanglos wurde, kann mit "utility"-powers nur noch mittelmäßig imitiert werden) und die Spieler müssen schon erfinderisch werden um etwas mit ihren Fertigkeiten anzustellen. Ist von diesem Standpunkt aus doch eigentlich herrlich! Und komm mir an der Stelle nicht damit das man früher, sehr viel mehr Freiheit in den Kämpfen hatte. Das war schon zu 3e gegessen bei der es zu jeder denkbaren Option einen Feat gab der jeden noch so tollen Einfall verregelte (und schwer bis unmöglich machte wenn man den Feat nicht hatte). Mit zunehmendem Quellmaterial wurde das ganze nur schlimmer und im Gegensatz dazu ist die 4e mit den "Regeln" im DMG ein Quell der Spielfreiheit (Zugegeben: Was für ein schwachsinn improvisierten Schaden an die Stufe zu koppeln). Das interessante ist die "Moves" die meine Spieler als besonders "cool" empfinden eben diesen Regeln und nicht den Powers zu verdanken sind und die haben eigentlich alle mit der 3e angefangen.

Was die künstlerische Ader angeht, nun ich fand den Punk-look der 3e unattraktiver als die etwas zu farbigen und mit zu großen Waffen ausgestatteten Charaktere der 4e und endlich gibt's auch wieder Landschaft, statt einzeln stehende Charaktere, klasse. Aber generell ist die Ära um Elmore & Co. kaum zu schlagen, da Teile ich deine Meinung.

Auch stimme ich mit dir darin überein das es sich heute "gemütlicher" Stirbt, aber das ermöglicht mir ein Spiel das mir die 3.X nicht gab, ach was das mir die 3e richtig ab-erzogen hat: Im Gegensatz zu richtig alten D&Ds war der Tod auch auf hohen Stufen so rasch weil der erste Schlag das Ziel meist sofort auslöschte und meinen Spielern eher eine Mentalität anerzog die selbst D&D1-Charakteren gereicht hätte um sie als arge Feiglinge zu beschimfen. In Verbindung mit der Elend langen Charaktererschaffung gewöhnte ich es mir als SL schnell ab Charaktere allzu hart anzufassen und verdammt war das Öde. Seitdem ich die 4e leite, bangen meine Spieler wieder ordentlich um ihr Leben, denn als SL lernt man sehr schnell das man dort die Samthandschuhe auszuziehen muss und dennoch haben sie noch etwas länger als den ersten Schlag Zeit zu bemerken, das sie sich zurückzuiehen müssen.

Zufällige Begegnungen (die im DMG leider nur noch am Rande erwähnt werden) spielen sich so (aber auch durch das neue Monsterformat) viel einfacher als zur 3.X-Zeiten. Ehrlich gesagt, so kompliziert wie die 3.0-Monster handzuhaben waren, sind die meisten SL die ich kenne (mich eingeschlossen) eh dazu Übergegangen Begegnungen vorzubereiten, insofern ermöglicht mir die 4e auch hier einen schönen Schritt zurück zu den Dingen die Spaß machen und gibt mir mehr Zeit Welt und Szenario vorzubereiten als die 3e dies tat.

Abenteuer erleben meine Spieler immer noch und ich behaupte sie sind meinen D&D-Erlebnissen aus den 80ern mit der 4e (wenn wir mal von der ersten Stufe absehen) ähnlicher als die 3e es jemals war.

Insofern verstehst du vielleicht meine Frage nach der verschlafenen Edition.

Der Oger hat gesagt…

Lieber Anon,
Punkt Eins: Hättest Du meinen Beitrag ausführlicher gelesen (und ich habs schon so offensichtlich gemacht!), dann ging es mir in erster Linie nicht um eine Kritik an D&D 4, sondern all die Fanboys, die ich in der Aggressivität erst bei den OWOD/NWOD Konflikten erlebt habe.

Satire scheint ein Fremdwort für Dich zu sein.

Die Kannstedochgarnichtwissen-
Vorherwarallesschlechter-Sprüche ziehen daher in diesem Moment (in dem der Oger zudem Hunger auf das Fleisch von Wirbeltieren in Grünkohl hat) nicht.

Nein, ich habe die Dritte Edition nicht verschlafen, wie Du es mir vorwirfst. Stattdessen sehe ich in der daVinci - Edition gewisse Entwicklungen ins negative, sowohl bei mir selbst als auch bei meinen Spielern:
- Hoher Metagaming-Anteil,
- Das Denken in Begegnungen und Challenge Leveln,in Moves und Actions, statt sich in die Situation wirklich hineinzu-versetzen
- Das Durchbalancieren jeglicher Begegnungen und Schätze. Ich habe irgendwann damit aufgehört, und es wurde deutlich spaßiger. In alle Richtungen.
- Extreme Verregelung durch eine Vielzahl an Optionen und Feats. Es wurde wichtiger, die Regeln zu beherrschen, als die Situation. Zudem die Jagd nach immer tolleren Feats, einer Spirale gleich, die sich immer schneller drehte.

Dann kam die Ankündigung der 4. Edition, und bei mir die bange Hoffnung, es möge besser werden.
Wurde es nicht und die Liste der Grausamkeiten ist lang:
- Metagaming wird zum Selbstzweck erhobens. Shiften, oder noch besser, jemanden shiften lassen, nur so als Beispiel, oder auch die Healing Surges und die Milestones
- gewachsene und vertraute Traditionen sind einfach über Bord geworfen worden, siehe Zauber-listen, Monster, Klassen, Völker, Gegenstände. Ich hätte mir gewünscht, die in das neue Regelwerk kunstvoller eingebettet, anstatt sie von den jetzt arbeitslosen Entwicklern mit einem Mühlstein am Fuß über Bord gehen zu sehen. (Und lasst mich mal lieber nicht mit den Vergessenen Reichen anfangen).
Was den Punkt mit den Feiglingen angeht: Das ist eines jeden Spielers persönliche Einstellung, seine eigene Risikobereitschaft. Manche Spieler sind wagemutiger als andere, welche Vorbereitung und Planung schätzen. Beides hat seine Vorzüge und Nachteile, sowohl, was den Spielspaß als auch die Ergebnisse angeht.(Und bevor du fragst, ich bin seit jeher der Vertreter beherzten Vorgehens in ausweglosen Situationen).
Und dann die anderen Dinge: DDI, Dragon & Dungeon Magazine, OGL, Vermarktungsstrategie etc., sowie Leute und Bücher (Races und Classes, als Krönung!), DIE DEM OGER ERZÄHLEN WOLLEN, DAS ER FRÜHER SCHLECHT GESPIELT HABE UND NUN DURCH DIE VIERTE ERLÖST WIRD.
Ich habe nie gesagt, das ich das Vancesche Magiesystem schlecht finde. Ich habe nie gesagt, das ich nicht mehr Turniere oder Schlachten hoch zu Ross kämpfen möchte. Oder mich auf meinem eigenen Windpferd in mein behagliches Bergdomizil zurück-ziehen möchte. Oder eine genau auf meine Fähigkeiten durchberechnete Begegnung haben möchte. Oder vielleicht auch einen Kampf mittels geeigneter Argumente umgehen können.

Ach ja. Und die Jubelperser nerven mich.
Oger muss jetzt was essen.